Die Welli Weihnachtsgeschichte

Welli feiert Weihnachten

Alle 4 Kerzen des Adventskranzes brannten und Emma wurde von Tag zu Tag aufgeregter. Jeden Tag stand Emma mit Welli am Fenster und wartet darauf, dass es anfing zu schneien. Und ganz im Geheimen, hoffte sie, den Weihnachtsmann bei seinem Probeflug für Heiligabend zu sehen. Und dann war er da, der Tag auf den Emma schon den ganzen Monat gewartet hatte – Heiligabend. Mama hatte ihr das Kleid rausgelegt, das sie neulich, extra für Weihnachten, gekauft hatten und dazu eine niedliche graue Strumpfhose, damit Emma nicht frieren musste. Und auch Welli bekam passend zu Weihnachten eine Weihnachtsmütze auf.
Dann gab es erstmal Frühstück. Mit leckeren, gut duftenen Brötchen und frischem Orangensaft.
Nach dem Frühstück stand Emma wieder mit Welli am Fenster und wartete auf Schnee. Mama und Papa waren in die Küche gegangen, um das Weihnachtsessen vorzubereiten. Und dann geschah es! Ein kleiner Schneestern fiel sanft gegen die Fensterscheibe; und dann noch einer und noch einer.
„SCHNEE!“, schrie Emma begeistert und tanzte mit Welli durch das Wohnzimmer. Mama kam ins Wohnzimmer.
„Was ist denn los?“, fragte Mama, als sie Emma tanzen sah.
„Es schneit!“, Emmas grinsen ging über ihr ganzen Gesicht. Emma liebte nämlich Schnee.
„Mama, kann ich einen Schneemann bauen?“, fragte Emma aufgeregt.
„Das geht jetzt nicht, wir müssen erstmal warten bis der Schnee liegenbleibt. Und wir müssen doch gleich los zum Krippenspiel!“, erklärte Mama.
„Manno!“, Emma verschränkte ihre Arme und verzog sauer das Gesicht. In dem Moment kam Papa ins Wohnzimmer.
„Du guckst aber gar nicht weihnachtlich, Emma!“, bemerkte Papa.
„Ich will einen Schneemann bauen!“, sagte Emma immer noch beleidigt.
„Dafür liegt doch noch gar nicht genug Schnee, Emma!“, sagte Papa.
„Und nach der Kirche?“, fragte Emma.
„Das werden wir dann sehen. Je nach dem wie lange und wie doll es weiterschneit.“, erklärte Mama. Dann ließ sich Emma langsam besänftigen.
„Guck, mal hier hast du einen Weihnachtsmann-Lolli um die Wartezeit etwas zu verkürzen!“, sagte Papa und reichte ihr einen von den Schoko-Lollis.
Mama und Papa gingen zurück in die Küche, um weitere Vorbereitungen zu treffen.
Und dann gingen sie endlich los, durch die dünne Schneedecke, zur Kirche. Immer wieder hob Emma Schnee auf und formte kleine Schneebälle mit denen sie dann versuchte Papa abzuwerfen und Welli nicht zu treffen. Denn Papa trug Welli, damit Emma die Hände für die Schneebälle frei hatte.
Die Kirche war schon sehr voll, aber es gab immer in den ersten beiden Reihen – die Kinderreihen – die für Kinder freigehalten wurden, damit diese auch etwas sehen konnten. Emma schnappte sich Welli und stürmte auf die erste Reihe zu. Mama und Papa saßen weiter hinten. Eigentlich fand Emma Kirche immer langweilig, aber mit Welli an ihrer Seite war es ein bisschen erträglicher. Das Krippenspiel ging eine Stunde. Und auch wenn Emma es ein wenig langweilig fand gehörte es irgendwie zu Weihnachten dazu. Emma kannte die Geschichte jetzt schon, weil sie im Kindergarten schon oft vorgelesen wurde. Von Maria und Josef, die nach einer Unterkunft suchten, weil Maria hochschwanger war. Dann wurde der kleine Jesus in einem Stall geboren und in eine Krippe gelegt. Danach wurde er von Schäfern und Königen besucht – ach ja, und einem Engel.
Als sie wieder Zuhause waren holte Papa, wie jedes Jahr, Oma ab.
„Mama können wir jetzt einen Schneemann bauen?“, fragte Emma.
„Ich glaube, der Schnee reicht leider immer noch nicht für einen Schneemann!“, behauptete Mama. Emma senkte enttäuscht den Kopf.
Und dann, als Papa mit Oma wieder da war, gab es Omas leckeren Apfelkuchen und ein paar bunte Weihnachtsplätzchen.
„Wollen wir ein bisschen mit deinem Kaufmannsladen spielen?“, fragte Oma. Emma nickte und nahm Welli mit in ihr Zimmer. Mama und Papa bereitet das Abendessen in der Küche vor.
Oma nahm den kleinen Einkaufskorb und kaufte Gemüse, Obst und Waschmittel. Welli war der Sicherheitsmann in Emmas Einkaufsladen und wachte vom oberen Regal, ob Oma auch wirklich alles aus dem Einkaufskorb auf das Band legte.
„Emma komm schnell!“, rief Papa aus dem Wohnzimmer. Emma rannte los.
Sie stand mit weit aufgerissenen Augen in der Wohnzimmertür und starrte den Weihnachtsbaum an.
„Der Weihnachtsmann war da!“, sagte Papa.
„Und ich habe ihn verpasst!“, sagte Emma traurig und im selben Moment fiel ihr der Schlitten ein. Sie rannte zum Fenster und suchte, den inzwischen dunklen Himmel nach den Renntieren und dem Schlitten ab. Aber nichts zu sehen. Und als Emma gerade vom Fenster zurück treten wollte entdeckte sie einen schnellen, hell leuchtenden Punkt am Himmel. Aber sie konnte nicht erkennen, ob davor auch Renntiere waren.
„Da! Da ist der Weihnachtsmann!“, schrie sie begeistert. Alle traten mit ans Fenster.
„Ich sehe nichts.“, sagte Oma.
„Doch, er war da! Ich habe ihn gesehen!“, meinte Emma.
„Dann können wir ja jetzt Essen und danach machen wir Bescherung!“, schlug Papa vor.
„Können wir nicht erst die Geschenke auspacken?“, fragte Emma ungeduldig.
„Nein, mein Schatz. Erst wird gegessen! Die Geschenke laufen ja nicht weg.“, behauptete Mama.
Während des Essens viel Emmas Blick immer wieder auf ein riesiges Geschenk, das neben dem Weihnachtsbaum stehen musste, weil es nicht darunter passte.
Und dann durfte Emma endlich ihre Geschenke auspacken. Sofort stürmte sie auf das große Geschenk neben dem Baum und riss das Papier runter.
„Ein Fahrrad!“, sagte Emma und freute sich.
„Ja, und wir haben auch bei dem Weihnachtsmann extra einen Kindersitz für Welli mitbestellt!“, Mama deutete auf einen kleinen Fahrradsitz, der vorne am Lenker befästigt war.
Emma setzte Welli vorne rein und fuhr damit durch die Wohnung.
„Und wenn morgen nicht zu viel Schnee liegt können wir dein Fahrrad auch draußen ausprobieren.“, meinte Papa.
„Und wenn es doch zu viel Schnee ist, dann bauen wir einen riesigen Schneemann!“, fügte Mama noch hinzu.
Emma saß stolz und zufrieden auf ihrem Fahrrad und fand, dass der Tag ein toller Tag war. 

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