… und täglich grüßt der Trotzkopf

und täglich grüßt der Troztkopf

 

Der eigenen Wille ist etwas wunderbares. Doch es erfordert oft viel Kraft, Verständnis und Zeit auf beiden Seiten, bei Eltern und Kind diesen kennenzulernen und auszuhalten.

 

 

Da reicht schon das falsche Essen, das fehlende Lieblingsshirt  oder eine Überforderung des eigenen Könnens um eine heftige Wutattacke auszulösen. Bei uns war es heute morgen der falsche Eierbecher. Natürlich hat Lilly sich nicht direkt ausdrücken können, was in ihren Augen falsch ist. Erst nach einiger Zeit und lautem Wutgeheul, wurden wir über unsere Missetat in Kenntnis gesetzt. Nun war es in dieser Situation recht leicht, eine gute und akzeptable Lösung für beide Seiten zu finden. Doch es ist nicht immer so einfach, eine Balance zwischen den Grenzen, der eigenen Gemütsverfassung und dem Harmoniebedürfnis innerhalb der Familie zu finden.

Was mir ungemein hilft, ist das Wissen, dass ALLE Eltern diese Phasen durchleben und das nicht nur wir ein so gefühlter Chaoshaufen sind, wo gebrüllt, geheult, mit Türen geknallt und mit dem Fuß aufgestampft wird. Das jede Mutter mal mit „Du blöde Mama“ oder schlimmeres (vielen Dank, lieber Kindergarten)  angebrüllt wird. Das wir Sätze wie, „ich möchte lieber bei xy wohnen, da ist es viel schöner (klar, mit Gastkindern schimpft man ja auch nicht)“ oder „bei Oma darf ich das aber“ zu hören bekommen.

Doch wie kommt man, für alle befriedigend über einen Trotztag und durch die Trotzphasen hindurch? Ich könnte nun ein kleines Essay über Freud, Erikson, Mahler, Rousseau und weitere pädagogische und /oder psychologischer Ansätze verfassen. Doch aus meiner Erfahrung sind nur wenige Gedanken und Handlungsweisen von Nöten, um ein möglichst harmonisches Zusammenleben und eine gute Begleitung des Kindes durch den Trotz und den eigenen Willen zu finden. Das Wichtigste: der eigene Wille ist für ein Kind oft überfordernd, macht Angst. Oft finden Kinder den Weg nicht mehr zurück, sie können sich und anderen ihre Fehler noch nicht eingestehen. Hier ist der Erwachsenen gefordert einen Schritt auf das Kind zu zu gehen!

Um jedoch möglichst erst gar nicht in solche Situationen zu kommen, hier 10 Tipps für das Überleben in schwierigen Situationen:

1. Lob- Jedes Kind möchte gefallen. Stärke das Positive und vernachlässige so weit es   geht, negatives Verhalten.

2. Klare Regeln, klare Grenzen, klare Konsequenzen.

3. Zeit. Lieber schenke ich Lilly kurz intensiv Zeit, die aber nur ihr gehört, als das sie ständig neben her läuft. Bei mehreren Kindern hilft ein Wecker. Jedes Kind bekommt z.B. 10 min ungeteilte Aufmerksamkeit, dafür habe ich aber auch 10 min nur für mich!

4. Zeit für mich, Zeit für die Partnerschaft. Nur wenn ich mich gut fühle und die Partnerschaft stabil ist, können wir auch gemeinsam die Wogen wieder glätten.

5. Lieber tief durchatmen und bis 10 zählen oder angekündigt den Raum verlassen anstatt zu brüllen oder sich anderweitig bloßzustellen.

6. Das Verhalten der Kinder ist gespiegeltes Verhalten der Erwachsenen. Ich versuche mich so gegenüber Lilly zu verhalten, wie ich es mir von ihr gegenüber Dritten und mir wünsche.

7. Klare Botschaften senden. Wenn ich etwas von Lilly möchte, versuche ich es klar, kurz und präzise und vor allem mit Zeitangabe zu sagen.

8. Ich- Botschaften verwenden. „Es verletzt mich das…“, „ich bin traurig, weil… “  hilft eher eine Situation zu entspannen, anstatt auf dem Fehler oder der Missetat herumzureiten.

9. sich eigene Fehler eingestehen und beim Kind entschuldigen. No Body is perfect (und schon gar nicht ich)

10. Entscheidungsfreiheit, aber in Maßen. So lasse ich Lilly gerne die Wahl zwischen zwei Dingen. So hat sie ihren kleinen Sieg, und ich für mich zwei akzeptable Lösungen. Klappt übrigens super bei der Kleiderwahl! So umschiffen wir meist die erste große Debatte des Tages.

Einen recht amüsanten Artikel zum Thema Trotz findet ihr übrigens hier. Dort wird auf eine amerikanische Bloggerin verwiesen, die bei ihren Lesern erfragt, womit sie heute ihrem Kind den Tag ruiniert haben. Ich habe mich ja bereits mit dem Eierbecher geoutet, was habt Ihr Euren Kindern heute bereist schreckliches angetan?

Ich bin gespannt auf Eure Antworten,

Eure Sara 😀

 

Sara ist Mutter von zwei Töchtern, 4 Jahre und 10 Monate alt. Sie berichtet ca alle 14 Tage aus Ihrem Alltag mit Kindern, Mann und wellyou- Artikeln.