Welli – Beschützer beim Kinderarzt

Heute freute sich Emma gar nicht als Mama sie aus dem Kindergarten abholte, denn Emma musste heute zum Kinderarzt. Es war Zeit für eine Impfung. Emma mochte keine Impfungen. Deshalb ließ sich Emma heute beim Jacke und Schuhe anziehen besonders viel Zeit.
„Beeil dich Emma, sonst kommen wir noch zu spät!“, drängelte Mama.
„Ich will da aber nicht hin!“, sagte Emma.
„Aber die Impfung ist wichtig, damit du nicht schlimm krank wirst.“, erklärte Mama.
„Spritzen sind aber doof!“, meinte Emma, verschränkte die Arme und setzte sich auf die kleine Bank bei der Garderobe.

 

„Emmchen! Ohne diese Impfung könntest du schwer krank werden und dann bekommst du ganz viele Spritzen. Also lieber heute eine und dann hast du es hinter dir. Wenn du ganz tapfer bist darfst du dir auch danach was Schönes aussuchen!“, versprach Mama. Daraufhin stand Emma langsam auf.
„Oook!“, stöhnte Emma, immer noch mit wenig Lust auf die doofe Spritze und machte ihre Jacke zu.
Emma stapfte Mama hinterher zum Auto. Dort kletterte Emma in ihren Kindersitz und Mama schnallte sie an. Zum Glück wartete Welli neben ihrem Kindersitz, den hatte Emma nämlich heute Morgen Zuhause vergessen. Sie war den ganzen Morgen schon traurig gewesen, dass sie nicht mit Welli im Kindergarten spielen konnte – und jetzt musste sie auch noch zum Kinderarzt. Emma mochte den Tag nicht.

Beim Kinderarzt gingen Mama und Emma als erstes zum Empfang um Emma anzumelden. Der Empfang bestand aus einem hohen Tresen über den Emma kaum drübergucken konnte. Mama gab Emmas Krankenkassenkarte der Sprechstundenhilfe. Diese steckte die Karte in ein Gerät und tippte dann etwas in den Computer ein. Danach bekam Mama die Karte zurück und steckte sie wieder in ihr Portemonnaie.
„Sie können noch im Wartezimmer Platz nehmen!“, sagte die Sprechstundenhilfe und deutete auf eine Tür neben dem Empfang.
Im Wartezimmer saßen noch andere Kinder mit Ihren Eltern. Ein Junge spielte in der Ecke mit einem Spielzeugauto. Ein anderer saß neben seinem Papa auf einem Stuhl und sah gar nicht gut aus. Er hatte ganz viele Punkte im Gesicht und sah sehr müde aus. Gleich neben der Tür saß ein kleines Mädchen mit einem Gips um ihren Arm.
Es dauerte nicht lange, da kam die Sprechstundenhilfe und brachte den kleinen Jungen mit den Punkten im Gesicht, zusammen mit seinem Papa in den Behandlungsraum. Emma hatte Welli auf dem Schoß. Jedes Mal wenn die Sprechstundenhilfe kam, um ein Kind in den Behandlungsraum zubringen, klammerte sie sich an Welli fest, aus Angst, ihr Name könnte genannt werden.
Und dann war es soweit. Die Sprechstundenhilfe kam erneute in das Wartezimmer.“So Emma, du bist an der Reihe!“, sagte sie und lächelte freundlich. Emma drückte Welli ganz fest an sich. Mama nahm Emma an die Hand und folgte der Arzthelferin in den Behandlungsraum.
„Der Arzt kommt dann gleich.“, sagte die Helferin während sie den Raum wieder verließ und schloss die Tür hinter sich. Emma sah sich im Raum um, ließ Welli dabei aber nicht los. Und dann kam auch schon der Arzt rein.

„Hallo.“, begrüßte der Arzt Emma und Ihre Mutter.
„Wen hast du denn da nettes mitgebracht?“, fragte der Arzt, als er Welli entdeckte.
„Das ist Welli!“, antwortete Emma und hielt Welli präsentierend hoch.
„Na, mit so einem tollen Beschützer wirst du die Spritze dann ja gar nicht merken!“, behauptete der Arzt. Dann tippte er etwas in den Computer ein.
„So, dann wollen wir mal!“, sagte er dann entschlossen und suchte die Sachen zusammen die er benötigte. Emmas Herz schlug schneller und sie klammerte sich wieder an Welli, wie eben im Wartezimmer.

„Möchtest du Welli Impfen, damit er dann auch geschützt ist?“, fragte der Arzt. Emma nickte zögerlich. Der Arzt gab Emma eine Spritze.
„Aber da ist ja gar keine Nadel dran!“, bemerkte Emma.
„Welli hat ja auch eine andere Haut als du. Deshalb hat die Spritze keine Nadel!“, erklärte der Arzt. Dann setzte Emma die Spritze an Wellis Bein an und drückte auf die Spritze.
„Klasse, jetzt ist Welli schon mal sicher! Und jetzt bist du dran. Möchtest du den rechten, oder linken Arm?“ fragte der Arzt. Emma zuckte mit den Schultern.
„Mit welcher Hand malst du denn im Kindergarten deine Bilder?“, hakte er nach.
„Mit der!“, Emma hob ihre rechte Hand.
„Ok, dann nehmen wir lieber den Linken!“, meinte der Arzt. Emma schob ihren linken Ärmel hoch. Mit der rechten Hand klammerte sie sich wieder an Welli. Emma sah Welli an und sie fand, dass Welli aussah, als würde er sagen: „Du schaffst das! Du bist so tapfer. Ich habe es auch geschafft. Sieh mich einfach an!“

„So, das pikst jetzt einmal kurz!“, kündigte der Arzt an. Emma starrte Welli an und hielt die Luft dabei an. Dann pikste es kurz.
„Und das war `s schon!“, sagte der Arzt. Emma atmete aus.
„Jetzt hast du erstmal wieder ein bisschen Zeit bis zum nächsten Mal!“, sagte Mama. Das wollte Emma nicht hören. Es tat zwar nicht wirklich weh, aber Impfen fand Emma trotzdem nicht so toll. Aber eigentlich war es echt nicht so schlimm, wie sie vorher gedacht hatte.
„Welli hatte recht, ich hab es wirklich geschafft! Und ihn anzugucken hat wirklich geholfen!“, dachte Emma.
„So jetzt noch ein schönes Prinzessinnen-Pflaster und schon sind wir fertig!“, der Arzt klebte ein rosa Pflaster auf Emmas Arm.
„Und weil ihr so ein gutes Team seid und Welli sich nicht benachteiligt fühlt, bekommt er das Ritter-Pflaster!“, meinte der Arzt und holte das Pflaster mit Ritter-Aufdruck.
„Na, dann bis zum nächsten Mal.“, verabschiedete sich der Arzt.
„Darf ich mir jetzt was im Spielzeugladen aussuchen?“, fragte Emma nach, als sie sich an das Versprechen ihrer Mama erinnerte.
„Ja, das kannst du gleich machen.“, antwortete Mama.

Emma suchte sich einen Arztkoffer aus und untersuchte, als sie Zuhause waren, Welli. Sie guckte ihm ins Ohr und hörte sein Herz ab.
Impfen fand Emma jetzt gar nicht mehr so schlimm, aber sie war auch froh, dass dieser Tag nun geschafft war.

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