Welli – Fährt Bahn

Heute fuhr Emmas Papa beruflich mit dem Zug nach Berlin. Mama sollte eigentlich auf Emma aufpassen, aber nun war Mama krank und auch Oma war gerade im Urlaub und konnte nicht aufpassen. Deshalb musste Emma mit nach Berlin.

Emma war schon ganz aufgeregt, denn sie war noch nie mit einem Zug gefahren und Welli auch nicht. Papa, Emma und Welli mussten ganz früh aufstehen. Es war sogar noch dunkel als sie los wollten.
„Komm Emma, wir müssen los! Der Zug wartet nicht auf uns.“, drängelte Papa. Emma zog sich ihre Jacke und Schuhe an, dann nahm sie ihren Rucksack und natürlich durfte auch Welli nicht fehlen. Dann fuhren sie mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof.

„Bleib´ schön bei mir, nicht das du hier verloren gehst!“, sagte Papa und nahm Emma an die Hand. Emma war fasziniert von den ganzen Zügen, Bahnen und Menschen, die um diese Uhrzeit schon am Bahnhof standen. Papa ging mit Emma zu einem anderen Bahnsteig. Von dort fuhr ihr Zug nach Berlin.
Es dauerte nicht lange, dann fuhr der Zug ein. Die Türen öffneten automatisch. Papa, Emma und Welli stiegen in den Zug und suchten sich einen Sitzplatz.
„Ich will ans Fenster!“, meinte Emma und kletterte auf den Sitz am Fenster. Nachdem Papa und Emma sich eingerichtet hatten fuhr der Zug auch schon los.

Emma starrte aus dem Fenster und beobachtete die schnell vorbeiziehende Landschaft, die nun von Minute zu Minute besser zu erkennen war, denn die Sonne ging auf. In wunderschönen orange und rosa Tönen begann der Tag.
„Guck mal Papa, wie hübsch!“, schrie Emma begeistert.
„Pssst, nicht so laut.“, versuchte Papa Emma zu beruhigen und sah dann aus dem Fenster.
„Ja, das ist echt schön!“, sagte er.
„Können wir nicht ein Foto machen und es Mama schicken?“, schlug Emma vor.
„Ja, das ist eine schöne Idee! Hier!“, Papa gab Emma sein Handy und Emma machte ein paar Bilder.
„Das sieht aber gar nicht so schön aus wie draußen.“, stellte Emma traurig fest.
„Mama kann sich das bestimmt noch schöner vorstellen und wird sich freuen, dass du an sie gedacht hast.“, behauptete Papa. Emma sah sich ihre Fotos nochmal an.
„Kannst du ihr das schicken!“, Emma zeigte auf ein Bild, das sie als das Schönste empfand. Papa tippte auf seinem Handy rum.
„So, jetzt kann sie auch den schönen Ausblick genießen!“, sagte Papa, steckte sein Handy ein und wendetet sich wieder seinem Laptop.
„Was machst du da?“, fragte Emma.
„Ich bereite mich auf die Vorträge nachher vor.“, erklärte Papa.
Emma fand, dass das sehr langweilig aussah. Da waren ganz viele Texte und Grafiken die Emma nicht verstand, deshalb wendete sie sich lieber wieder mit Welli zusammen, dem schönen Ausblick aus dem Fenster. Dann holte Emma ihren Malblock und Buntstifte aus ihrem Rucksack und begann zu malen.

„Nächster Halt: Berlin Hauptbahnhof!“, ertönte aus den Lautsprechern.
„So Emma, an der nächsten Haltestelle müssen wir aussteigen, also solltest du schon mal deine Sachen zusammen packen und deine Jacke wieder anziehen.“, sagte Papa und packte seinen Laptop in die Tasche.

Als sie ausgestiegen waren, gingen sie zu einem Taxi und Papa nannte dem Fahrer die Adresse von der Veranstaltung.
Sie fuhren zu einem riesigen Gebäude. Im Eingangsbereich stand ein Schild, das man sich an der Rezeption anmelden soll. An der Rezeption bekam Papa einige Zettel, die ihm die Räume für die Vorträge verrieten.

Und ab dann wurde es langweilig. In den Vorträgen erzählten die Dinge die Emma nicht verstand.
„Papa mir ist langweilig!“, sagte Emma.
„Psst! Dann mal doch ein schönes Bild für Mama, dann freut sie sich heute Abend!“, flüsterte Papa. Emma kramte in ihrem Rucksack und begann dann zu malen.
Als sie ein Bild fertig hatte war sie ganz stolz wie schön es geworden war.
„Guck mal Papa wie schön.“, meinte Emma zu ihrem Papa.
„Psst! Du musst leise sein meine Kleine, sonst störst du den Redner und die Zuhörer. Es sind auch nur noch 5 Minuten.“, behauptete Papa. Emma war traurig. Fand Papa ihr Bild etwa nicht hübsch?

„So Emma, jetzt kann ich mir dein schönes Bild angucken.“, sagte Papa nach dem Vortrag.
„Das ist der Sonnenaufgang von heute Morgen.“, erklärte Emma.
„Das ist aber schön geworden, da wird sich Mama nachher aber freuen.“, meinte Papa.

Nach der Veranstaltung nahm ein Kollege von Papa, Emma, Welli und Papa in seinem Auto mit bis zum Bahnhof.
Auf dem Weg zum Bahnhof kamen sie sogar am Brandenburger Tor vorbei.
„Guck mal Emmchen, wie schön das Brandenburger Tor angestrahlt wird!“, Papa zeigte auf das Wahrzeichen.
„Aber warum Brandenburger Tor? Müsste es nicht Berliner Tor heißen, oder sind wir nicht mehr in Berlin?“, Emma war verwirrt. Papa und sein Kollege lachten, auch das verstand Emma nicht.
„Nein, Emmchen, wir sind noch in Berlin. Das Brandenburger Tor ist das Wahrzeichen der Stadt. Das heißt nur Brandenburger Tor.“, erklärte Papa.
„Das versteh ich nicht.“, musste Emma zugeben und sah sich das BRANDENBURGER TOR in BERLIN im Vorbeifahren an.

Im Zug schlief Emma ein und wachte erst in Hamburg wieder auf. Es war schon wieder dunkel geworden. Und Emma kam total müde Zuhause an. Sie konnte gerade noch Mama ihr Bild vom wunderschönen Sonnenaufgang geben.

Vorträge mag Emma nicht besonders, die waren langweilig und man muss die ganze Zeit leise sein um keinen zu stören. Aber mit dem Zug zu fahren hat ihr gefallen. Den Sonnenaufgang, den sie gemalt hatte, fand sie noch ein bisschen hübscher als das Foto, das sie mit Papas Handy aufgenommen hatte. Und Welli war der gleichen Meinung. Aber das Berlin ein Wahrzeichen hat, das Brandenburger Tor heißt, obwohl es in Berlin steht, fand Emma immer noch komisch.

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